Tag 11 - Burfjord - Tennevoll

  • Tag 11 – Montag 20.08.2018

    Etappe Burfjord - Tennevoll

    Km-Stand 3.583 km


    Heute konnten wir uns beide nicht so wirklich aufraffen. So wie es aussah, hatte es die ganze Nacht über geregnet und auch heute früh wollte es einfach nicht aufhören. Und da für heute gerade mal 7-9 Grad angesagt wurden, hab ich mich dazu entschieden, mal meine Thermounterwäsche zum Einsatz zu bringen. Der Kauf war eine sehr gute Entscheidung, auch wenn die Verkäuferin bei Louis erst etwas irritiert geguckt hatte, als ich bei über 30 Grad dort im Laden stand und nicht wie alle anderen Funktionsunterwäsche zum kühlen, sondern was zum Wärmen wollte. Sie hat heute auch sehr gut ihren Dienst geleistet und mir war den ganzen Tag ausreichend warm.



    Nach rund 8km hielten wir aber schon an der ersten Tankstelle an um uns einen Kaffee/Kakao und einen Frühstücks Muffin zu holen.

    An der Tankstelle stand auch eine junge Frau mit ihrem Fahrrad, dass mit reichlich Gepäck beladen war. Im Gegensatz zu unseren Maschinen war das Fahrrad allerdings komplett sauber. Irgendwie "lästerten" wir über die Sauberkeit des Fahrrads und dass sie wohl sehr gut putzen kann und wir sie doch mitnehmen sollten, da sie sich dann doch um unsere Maschinen kümmern könnte. Ich meinte noch, dass der eine Spanngurt von mir noch lang genug wäre und man ihr Fahrrad quasi abschleppen könnte. Irgendwann fragten wir sie auf Englisch, warum ihr Rad noch so sauber ist. "Ihr könnt ruhig Deutsch mit mir reden"... Autsch... mit Anlauf rein ins Fettnäpfchen. Aber sie hat uns vorher wohl nicht gehört. Also noch mal Glück gehabt.

    Wir dachten ja schon, dass wir nen Knall haben und mit Harleys zum Nordkap fahren... aber sie kann uns da doch glatt noch toppen. Sie trampt mit dem Fahrrad von Freiburg zum Nordkap und will dann die komplette Strecke bis Oktober nach Hause zurück fahren. Da kann man nur echt den Hut ziehen und sagen "Respekt junge Dame und komm gesund und heile wieder zuhause an!"



    Für uns ging es dann trotz starkem Regen auf der E6 wieder weiter. Zwischen Sorstraumen und Oksfjordhamn ging es dann von knapp über Meereshöhe auf ca. 500m hoch und wieder runter. Die Wolkendecke hing dort so tief, dass wir schon in den Wolken fahren mussten und ich jeden Moment damit rechnete, dass wir irgendwann über den Wolken sein müssten, was aber leider nicht der Fall war. Jedenfalls war es in der Wolkendecke mehr als ungemütlich. Starker Regen, Nebel und Sichtweite max. 50m verlangte von uns einiges ab und wir waren sehr froh, als wir wieder unten waren.



    Auf der weiteren Fahrt hatten wir die ganze Zeit immer wieder leichten Nieselregen, so dass wir uns in Olderdalen spontan dazu entschieden, die Fähre nach Lyngseidet zu nehmen und dadurch ca. 40km Strecke einsparen konnten. Kaum an Bord, stellten wir noch schnell den Transportmodus an unseren Maschinen ein, damit durch den Wellengang nicht die Alarmanlagen ausgelöst werden und schon ging es los. Die Entscheidung mit dem Transportmodus war auch Goldrichtig, da es auf dem Fjord doch ziemlich windig war und es dadurch gut auf und ab ging. Ich für meinen Teil war dann mehr als froh, als wir wieder das rettende Ufer erreicht hatten. Für mich ist dieses auf und ab definitiv nichts.



    Die weitere Fahrt war wie die letzten Tage... Nieselregen und "nur" stark bewölkt wechselte sich ständig ab und man konnte teilweise leider nur erahnen, wie schön es hier bei gutem Wetter sein muss.

    Heute übernachten wir wieder in einer Hütte in der Nähe von Tennevoll. Im Hauptgebäude des Platzes gibt es hier auch ein kleines Restaurant, in dem wir uns noch leckeren geräucherten Lachs und ein gutes Bier, einer lokalen Brauerei gönnten.



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