Tag 08 - Inari - Honningsvag

  • Tag 8 – Freitag 17.08.2018

    Etappe Inari - Honningsvag

    Km-Stand 2.808 km


    Heute sind wir wieder früh aufgewacht. Allerdings hatte irgendwie keiner so richtige Lust aufzustehen, da es draußen die ganze Nacht geregnet hatte und jetzt immer noch leicht nieselte. Aber es hilft ja nichts... wir müssen weiter. Heute geht unsere Etappe bis knapp vors Nordkap. Also fertig machen, Moppeds bepacken, Schlüssel abgegeben und dann ging es in Regenkombis los. Es regnete zwar mittlerweile nicht mehr wirklich, aber da die Straßen noch ziemlich nass waren, war es die richtige Entscheidung, da wir auch so schon durch die Nässe von der Straße einiges abbekommen haben.



    Kurz nach Inari bogen wir auf die 92 ab und ab jetzt machte das Motorradfahren wieder Spaß. Über das Wetter brauchen wir zwar nicht zu reden, da es immer noch mehr als durchwachsen war und immer mal wieder kleine Nieselschauer runter kamen, aber die Straßen hatten auf einmal wieder Kurven. Bzw. wenn es mal mehrere km schnurgerade aus weiterging, dann glich die Straße einer Berg- und Talbahn. Da wir wegen dem Wetter nur wenige und kurze Pausen einlegten, erreichten wir schnell die Grenze zu Norwegen und bekamen dort unsere eine Stunde wieder.



    In Karasjok hielten wir erstmal zum Tanken an und gönnten uns einen leckeren Burger. Der Angestellte guckte etwas sparsam, als wir die Burger bestellten, da es dort erst kurz vor 10 Uhr war, aber da wir ja aus der anderen Zeitzone kamen, war es für uns so gesehen ja bereits kurz vor 11 Uhr. Also kann man ja auch ruhig schon mal einen Burger essen. Wir waren gerade mit dem Essen fertig und wollten uns wieder auf den Weg machen, als sich ein kleiner Spatz zu uns gesellte. Ohne Angst kam er bis auf ca. 20-30cm an uns ran und guckte zu uns hoch. Aber die Position gefiel ihm scheinbar nicht so gut und er setzte sich einfach auf meine Frontverkleidung und begutachtete uns weiter.



    Seit der Grenze hat sich auch schlagartig die Landschaft verändert. Bisher hatten wir eigentlich nur endlose Wälder und Seen und gerade Straßen und jetzt endlich wieder Kurven, Berge, aber auch noch Wälder und hin und wieder Seen. Da wir leider noch mit Regenkombis fuhren, machten wir auch sehr wenige Stopps um mal ein Foto zu machen.

    Nach Lakselv kamen zu den vielen Rentieren, die wir heute sahen, auch viele Schafe dazu. Denen waren die Autos, LKWs und Motorrädern total egal, denn sie hielten sich mit Vorliebe auf den Straßen auf. Ob nun direkt am Rand zum schlafen, oder um mitten auf der Straße erstmal den Nachwuchs nuckeln zu lassen. Sie ignorierten einfach alles.



    Ab Olderfjord wurde es dann richtig interessant. Diese Straße ist die einzige, die Richtung Nordkap führt und ca. 200km lang ist. Diese Straße führt die meiste Zeit direkt am Porsangerfjord entlang und bietet wunderbare Ausblicke. Als wir auf dieser Strecke das erste Mal in einen Tunnel kamen, standen wir quasi im Dunkeln. Die Tunnel hier in Norwegen sind in der Regel sehr schlecht ausgeleuchtet und da wir noch unsere Sonnenbrillen aufhatten, war es das mit der Sicht.



    Vor dem berühmten 6.870m langen Nordkap Tunnel hielten wir dann aber an um ein paar Fotos zu machen und in weiser Voraussicht auch die Sonnenbrillen abzusetzen. Dieser Tunnel verbindet die Insel Mageroya, auf der das Nordkap liegt, mit dem Festland. An der tiefsten Stelle liegt der Tunnel 212 Meter unter dem Meeresspiegel und hat eine größte Steigung von 10%. Und im Tunnel ist es Ar...kalt. Als wir wieder rauskamen, beschlag sofort das Visier, die Spiegel etc. Es war mittlerweile trocken von oben, aber dafür wurde es sehr stürmig.





    In Honningsvag, der letzten Stadt vor dem Nordkap tankten wir kurz auf und fuhren dann ca. 7km weiter Richtung Nordkap zu unserer Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. Wir haben hier ein Doppelzimmer, das wir schnell bezogen haben. Danach ging es dann wieder zurück nach Honningsvag. Wir waren noch etwas Getränke und Essen einkaufen und dann noch schnell den zweiten Burger des Tages futtern. Im Hafen schauten wir uns noch kurz die MSC Meraviglia an und fuhren dann wieder zu unserer Unterkunft zurück.

    Gegenüber unserer Unterkunft ist ein kleiner Staudamm, den wir uns anschauten und dann beeilten wir uns wieder zurück zu kommen, da der nächste Regenschauer einsetzte.



    Heute geht es dann früh ins Bett, da wir morgen früh schon sehr zeitig zum Kap los wollen.

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